Info-Karte für 11 000 Fahrschüler – Schülerbeförderung: Eltern und Organisatoren erstmals vereint / Nicht jeder bekommt Sitzplatz

Göttingen.

Warteschlangen ander Haltestelle, Gedränge im Bus und lange Fahrzeiten – wenn der Bus überhaupt hält. Wenn am nächsten Donnerstag das neue Schuljahr beginnt, sind solche
Szenen seit Jahren an der Tagesordnung.
Damit die mehr als 11 000 Fahrschüler in Stadt und Landkreis Göttingen stressfreier
zur Schule und zurück kommen, haben Kreiselternrat, Kreisverwaltung und Busnetz-Betreiber jetzt eine Info-Karte erdacht, die kommende Woche verteilt wird.
Sie enthält vor allem Verhaltens-Tipps, aber auch die Telefonnummer einer Beschwerde-Hotline.
Nach jahrzehntelangem Streit um sichere und funktionierende Busverbindungen fahren Busgesellschaften, Kommune und Eltern jetzt erstmals auf gleicher Spur.

2011 hatte der Kreiselternrat eine Umfrage unter Schülern, Eltern und Schulen zum Schülertransport gestartet.

Nach anfänglichem Zögern stieg der Landkreis mit ein und finanzierte die Auswertung. Und die Ergebnisse bestätigten viele vorherige Klagen.
Die häufigsten: überfüllte Busse (49,6 Prozent), zu alte Busse (25,7 Prozent) und rücksichtslos fahrende Busfahrer (15,2 Prozent).
Die damit ausgelöste Diskussion zeigte auch schnell, dass Tourenplaner, Kreisverwaltung
und Eltern offenbar bisher zu wenig ernsthaft kommunizieren.
Inzwischen tun sie es – an einem „Runden Tisch“. Erstes Ergebnis:
eine jugendlich gestaltet Info-Karte mit „Tipps & Tricks fürs Busfahren“. Die wichtigste
Botschaft: „Bei Fragen – einfach fragen“ – unter der Telefonnummer 05 51 / 99 80 99.

Die Info- und Beschwerdestelle ist beim Verkehrsverbund Südniedersachsen (VSN) angesiedelt. Er organisiert im Auftrag den öffentlichen Busverkehr.
Darüber hinaus gibt es Tipps wie: beim Einsteigen anstellen und im Bus nach hinten durchgehen. Zudem wird auf ehrenamtliche Bus-Scouts an etwa 64 Schulen hingewiesen, die bei Ärger im Bus vermitteln. Außerdem rät der Kreiselternrat Eltern,vor Schulbeginn den neuen Fahrplan einzusehen. Damit ließe sich zum Beispiel vermeiden, dass
Kinder aus Gewohnheit zur üblichen Zeit an der Haltestelle stehen, der Bus aber inzwischen früher abfährt.

Und sie betonen: Nicht jeder Schüler habe Anspruch auf einen Sitzplatz.
Den Akteuren am „Runden Tisch“ (inklusive Kreis-Politiker) sei klar, dass damit nicht alle Sorgen und Probleme gelöst würden, betonten ihre Sprecher am Freitag.
Es sei aber ein erster Schritt.
Die nächste Gesprächsrunde folge im September nach den „erfahrungsgemäß
kritischsten Wochen“ der Schülerbeförderung.
Die Umfrage und Fahrpläne gibt es im Internet auf :

www.kreiselternratgoettingen.de und vsninfo.de

Quelle : GT vom 03-08.2013

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